Grußworte

 

Volker BouffierGrußwort
des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier
anlässlich des Deutschen Schmerz- und Palliativtages
der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin

In jeder Phase am Leben ohne Schmerzen und in Würde teil haben zu können, diesen Wunsch besitzen wohl alle Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin, die Deutsche Schmerzliga e.V. sowie die Organisation für Patienten mit chronischen Schmerzen haben sich zum Ziel gesetzt, Bedingungen zu schaffen, die die Not der Patientinnen und Patienten lindern. Sie tragen mit ihrem Einsatz dafür Sorge, dass auch schwerstkranke oder sterbende Menschen angemessen versorgt werden.

Herzlich begrüße ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Schmerz- und Palliativtages in Frankfurt am Main. Das Thema Gesundheit besitzt für Hessen einen hohen Stellenwert, und die Unterstützung einer qualitätsgerechten sowie patientenfreundlichen Versorgung der Menschen ist ein wichtiges Ziel unserer politischen Arbeit.

Weiterbildung und Erfahrungsaustausch sind in allen Berufen unerlässlich, aber gerade im Gesundheitswesen haben sie eine besondere Bedeutung, dürfen doch die Patientinnen und Patienten erwarten, dass sie stets nach den neuesten gesicherten Erkenntnissen der Medizin behandelt werden. Für die Ärztinnen und Ärzte wie auch für alle anderen Fachleute im Gesundheitswesen ist es deshalb unverzichtbar, sich einem ständigen Lernprozess zu unterziehen. Auch der Deutsche Schmerz- und Palliativtag wird dazu einen Beitrag leisten. Die Zahlen belegen, wie viele Patientinnen und Patienten sich Linderung ihrer Beschwerden erhoffen, und sie offenbaren die Bedeutung des Faches. Ihr diesjährigen Motto „Schmerzmedizin 4.0 - Digitalisierung / Vernetzung / Kommunikation“ verdeutlicht, dass es um mehr gehen wird als den aktuellen Wissensstand darzustellen. Es ist wichtig, ein so komplexes Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Dabei ist es auf der einen Seite notwendig, die wissenschaftliche Forschung voranzutreiben und auf der anderen, alltagstaugliches Wissen weiterzugeben. Das sind wichtige Aufgaben in Zeiten, in denen die Zukunft des Gesundheitsstandorts Deutschland zu sichern und weiterzuentwickeln ist.

An dieser Stelle gilt mein herzlicher Dank den Ausrichtern für ihr Engagement bei der Organisation des Kongresses. Verbunden mit der Anerkennung für den bisherigen Einsatz für ihre Patientinnen und Patienten wünsche ich dem Kongress einen guten Verlauf, neue Erkenntnisse und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Zukunft weiterhin viel Erfolg für Ihre wichtige Aufgabe.

Volker Bouffier
Hessischer Ministerpräsident

Karl-Josef LaumannGrußwort

zur Eröffnung des Hauptprogramms des
29. Deutschen Schmerz- und Palliativtags unter dem Motto

„Schmerzmedizin 4.0- Digitalisierung / Vernetzung / Kommunikation"
vom 8. bis 10. März 2018 in Frankfurt am Main

Schmerz - diese Empfindung kennt jeder Mensch. Schmerz dient unserem Körper als Warnhinweis. Die Ursachen sind so vielfältig wie das Schmerzempfinden jedes Einzelnen.
Oftmals entsteht Schmerz lokal, Schmerzen spiegeln aber auch ein Geschehen in Körper und Seele wider. Nicht nur schwere Krankheiten gehen oft mit starken Schmerzen einher, auch seelische Anspannungen können das Empfinden von Schmerzen stark beeinflussen.

Über 3 Millionen Menschen in Deutschland haben regelmäßig wiederkehrende Schmerzen, die sie als sehr belastend empfinden. Ein Fünftel aller Menschen mit chronischen Schmerzen haben starke Beschwerden zwanzig Jahre und länger. Chronische Schmerzen führen oft zu einer Beeinträchtigung des Alltags, z.B. im Hinblick auf die familiäre Situation, den Arbeitsplatz und das Erleben von Freizeit im sozialen Umfeld.

Ich halte es für sehr wichtig, dass alle Betroffenen nach ihrem individuellen Bedarf eine Versorgung bekommen, die die vielen Facetten der Schmerzentstehung widerspiegelt. Schmerzen sollen möglichst gar nicht erst chronisch werden. Neben einer guten Behandlung ist ein frühzeitiger Beginn einer Versorgung, aber auch die bewusste Prävention vor Schmerzen, z.B. durch gesundheitsfördernde Bewegung, unerlässlich.

Die Lebensqualität von Menschen, deren Alltag von Schmerzen beeinträchtigt wird, muss handlungsleitend für die Versorgung sein. Menschen müssen darin gestärkt werden, dass sie ihr Leben trotz Schmerzen selbst gestalten können. Chronische Schmerzen sollten nicht dazu führen, dass Menschen eine gute Perspektive für ihr Leben verlieren.
Dies kann vor allem im multiprofessionellen Team, mit einer breit aufgestellten Vernetzung und Koordination der verschiedenen ärztlichen und therapeutischen Berufe, gelingen. Der hausärztlichen Versorgung kommt dabei eine besondere Rolle als Lotse zu, denn hier suchen die Menschen den ersten Rat und werden fortlaufend betreut.

Einen besonderen Stellenwert hat die Schmerztherapie bei lebenslimitierenden Erkrankungen und in der letzten Lebensphase. Eine regional vernetzte Palliativversorgung, die neben einer guten, vorausschauenden Symptomkontrolle auch psychosoziale Aspekte einbezieht, ermöglicht ein würdevolles, selbstbestimmtes und möglichst schmerzfreies Leben, auch bis zum Lebensende.

Für eine gute Schmerzbehandlung kann zukünftig auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens Brücken bauen. Sie stellt alle Beteiligten, sowohl die Akteure in der Versorgung als auch die Industrie und nicht zuletzt die Politik, vor große Herausforderungen. Chancen und Risiken bei der Einführung neuer Informations­ und Kommunikationstechnologien in den Versorgungsalltag müssen kritisch gegeneinander abgewogen werden. Der Patientennutzen muss bei allen Entwicklungen im Mittelpunkt stehen.
Bereits heute nutzen Millionen Menschen Gesundheits-Apps oder Online-Portale zur Erfassung von persönlichen Gesundheitsdaten.
Patientinnen und Patienten beziehungsweise ihre Angehörigen müssen nicht nur bei
medizinisch-fachlichen Fragen, sondern auch bei der Nutzung von digitalen medizinischen Daten in die Lage versetzt werden, Ärztinnen und Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern auf Augenhöhe zu begegnen und sich aktiv am Prozess der eigenen Gesunderhaltung oder Therapie zu beteiligen. Mit der Telematikinfrastruktur bekommt Deutschland nun nach jahrelanger Vorbereitung endlich ein sicheres Netz, um Gesundheitsdaten schnell und sicher auszutauschen.

Dass der Kongress die Digitalisierung in dem äußerst sensiblen Bereich der Schmerz- und Palliativmedizin thematisiert, ist daher sehr zu begrüßen. Gerade hier ist der sektor- und professionsübergreifende elektronische Datenaustausch von besonderer Bedeutung, denn er fördert und unterstützt einen schnellen fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen erfolgreichen Verlauf des Schmerz- und Palliativtags.

 

Ihr Karl-Josef Laumann
(Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales
 des Landes Nordrhein-Westfalen)

Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.DGrußwort
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2018 in Frankfurt am Main, begrüße ich Sie herzlich. Ich freue mich, dass der jährlich stattfindende, interdisziplinäre Kongress seit vielen Jahren eine feste Institution und ein fester Anlaufpunkt für interessierte Menschen aller Fachrichtungen geworden ist. Es liegen Zahlen vor, dass die Zahl der Patienten mit chronischen oder immer wiederkehrenden Schmerzen in unserem Gesundheitssystem steigt. Besondere Beachtung brauchen die betroffenen Menschen an ihrem Lebensende und ihren Angehörigen, aber auch den Gruppen am Rand der Gesellschaft ohne Lobby. Ich freue mich, dass ich zu diesem Thema in diesem Jahr begrüßen darf.

Neben neuen Erkenntnissen in der Schmerzmedizin ist die angemessene und achtsame Versorgung schwerkranker Menschen, trotz jahrzehntelanger Bemühungen um eine Verbesserung, ein anhaltendes Problem. Unsere Gesellschaft kann sich nur dann als human und coerent begreifen, wenn niemand allein gelassen wird.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kongresses möchte ich meine herzlichen Grüße zukommen lassen, ich wünsche Ihnen in dem etablierten Forum des Frankfurter Schmerztages erkenntnisreiche und anregende Diskussionen, und wünsche ihnen einen erfolgreichen Verlauf. Den Organisatoren des Schmerztages 2018 möchte ich zu ihrem reichhaltigen, breit aufgestellten Tagungsprogramm gratulieren.

Prof. Dr. Rita Süssmuth,
Bundestagspräsidentin a.D.

 

Grußwort für den Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Schmerzmedizin 4.0 beschreibt eine Provokation, eine disruptive Entwicklung, die uns aus der Beschaulichkeit etablierter medizinischer Versorgunglandschaft reißt.

Was ist passiert?

Die Digitalisierung wirft Rollenverständnis, Interaktion und Selbstverständnis vollständig über den Haufen, ein Verständnis, bei dem der Hilfe suchende Patient dem durch Wissen und Erfahrung gütig überlegenen Arzt sein Schicksal in die Hände legt.

In Sekundenschnelle ubiquitär verfügbare Information und Wissen bestimmen in Zukunft Interaktion und Kommunikation mit Patienten. Universelle elektronische Dokumentationsplattformen bilden nicht nur die Grundlage für effiziente Versorgungsforschung, sondern bauen auch Kommunikationsbarrieren und Wissenslücken ab und versetzen damit alle an der Versorgung beteiligten (auch Patienten) auf den gleichen Kenntnisstand, das mühsame und oft lückenhafte Sammeln analoger Befunde entfällt.

Die Folgen sind in der Schmerzmedizin dramatischer als in allen anderen Fachgebieten. Auch neurologische, chirurgische und internistische Erkrankungen erfordern partizipative Entscheidungsfindung, sind jedoch bei monokausalen Ursachen in Diagnostik und Therapie in aller Regel eher einem Fachgebiet zuzuordnen.

Völlig anders stellt sich die Situation für Patienten mit chronischen Schmerzen dar: In Ermangelung eines umfassend weitergebildeten “Facharztes für Schmerzmedizin“ erfordert nicht nur bereits die Diagnostik die intensive Kooperation – nicht nur ärztlicher – Kompetenz auf verschiedenen Fachgebieten, sondern auch die Therapie erfordert über aktuellstes Wissen und Fähigkeiten hinaus intensive Kooperation, Kommunikation und Vernetzung. Dem steht ein völlig überlastetes, zähes Arzt-zentriertes Versorgungssystem mit hohen Verzögerungen entgegen.

Fraktioniertes Wissen, aufgesplittert in verschiedene medizinische Fachgebiete trägt so zur Chronifizierung von Schmerzen bei.
Konsequente Nutzung der Digitalisierung bricht diese Versorgungsstrukturen auf und revolutioniert damit etablierte Berufsbilder. Die hierarchische Pyramide mit dem Arzt an der Spitze weicht einem “Pain Care Team“, in dem hausärztliche, fachärztliche und nichtärztliche Kompetenz auf der Grundlage gemeinsamer digitaler Plattformen gemeinsam mit dem (unter anderem durch Internet und Google) emanzipierten Patienten diagnostische und therapeutische Entscheidungen treffen und umsetzen.
Dieser 29. Deutsche Schmerz und Palliativtag nimmt Sie mit auf diese spannende Reise in eine neue Versorgungswelt.

Ich freue mich, dass Sie dabei sind
und grüße Sie herzlich,

Ihr


Dr. med. Gerhard H. H. Müller-Schwefe
Präsident Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Schmerzmedizin 4.0 –
Digitalisierung / Vernetzung / Kommunikation“ –

unter diesem Motto treffen sich auch in diesem Jahr wieder schmerzmedizinisch interessierte Ärztinnen und Ärzte sowie Vertreter nichtärztlich tätiger Fachgruppen hier in Frankfurt auf dem größten deutschen Versorgungskongress für den Bereich Schmerz und Palliativmedizin.

Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema adressiert der Kongress nicht nur aktuelle Entwicklungen der schmerzmedizinisch relevanten Verknüpfung von digitaler und analoger Welt, sondern gewichtet diese gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Bedürfnisorientierung und des individuellen Patientennutzens. Digitalisierung und Vernetzung um der Realisation des jeweils technisch Machbaren alleine ist schmerz- und palliativmedizinisch nicht nur sinnlos, sondern birgt auch die Gefahr der Verselbständigung und der Verschiebung der Bereichsschwerpunkte hin zur Technik, weg vom Patienten. Erst mit der Kommunikation und dem Ziel die Versorgung von Menschen mit akuten oder chronischen Schmerzen sowie solchen in palliativen Lebensumständen im Vergleich zum gegenwärtigen (analogen) Status quo nachhaltig und flächendeckend zu verbessern und zu individualisieren machen diese Entwicklungen einen Sinn, wird Digitalisierung menschlich und medizinisch sinnvoll.

Für und Wider derartiger Entwicklungen in der Medizin gehen Hand in Hand und sind häufig nur abhängig vom individuellen Standpunkt des Betrachters. Gleichzeitig erfordert das regionale Nebeneinander von Gebieten mit Über- und Unterversorgung sowie die zunehmende Ökonomisierung der Medizin auch eine konstruktive Auseinandersetzung mit diesem Thema. Digitalisierung 4.0 im Sinne einer stärkeren direkten Interaktion von Betroffenen und Technik birgt nicht nur Risiken, sondern auch Chancen – gerade für den zunehmend größeren Teil der Bevölkerung in medizinisch schmerzlich unterversorgten Regionen Deutschlands. Wichtige Themen also, die nicht nur die Grenzen des aktuell technisch Machbaren ausloten, sondern auch ethische Grenzbereiche der Medizin beleuchten und die uns Alle in naher Zukunft noch viel beschäftigen werden.

Im Namen der Deutschen Schmerzliga danke ich allen Teilnehmern für Ihr Interesse an diesem Kongress. Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft sich im Rahmen dieser Tagung nicht nur über neue Forschungsergebnisse zu informieren, sondern insbesondere auch über praktische Umsetzungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen zur konkreten Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen und/oder solchen in einer palliativen Behandlungssituation in Deutschland. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen interessante, anregende und abwechslungsreiche Tage auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2018 in Frankfurt

Ihr


PD Dr. med. Michael A. Überall
Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V.